Publikationsgeschichte
Im Pilotband wird erzählt, wie Dr. Bruce Banner bei dem Versuch,
den jungen Rick Jones vom Testgelände seiner Gamma-Bombe
zu retten, einem Attentat zum Opfer fällt und eine gewaltige Dosis
Gammastrahlung aufnimmt. In diesem Heft ist Hulks Hautfarbe noch grau,
eine Entscheidung von Stan Lee, der ihn keiner ethnischen Gruppe zugehörig
machen wollte. Erst Colorist Stan Goldberg bestand auf eine Änderung
in dieser Hinsicht, weil die Färbetechnik die Farbe Grau zum damaligen
Zeitpunkt nicht klar und beständig darstellen konnte, was zu verschiedenen
Grautönen und sogar grün in der Ausgabe führte. So erhielt
Goldberg für alle weiteren Bände die Freigabe, Hulks Haut grün
zu färben. Neuauflagen und Erzählungen über seine Herkunft
zeigen in den nächsten zwei Jahrzehnten immer einen grünen Hulk,
erst Ausgabe #324 verriet 1986, dass Hulk zum Zeitpunkt seiner Erschaffung
grau war. Kurioserweise hatte auch Iron Man, eine andere Marvel-Figur
der frühen 1960er Jahre, eine graue Färbung in seiner ersten
Ausgabe (Tales of Suspense, Ausgabe #39) und erhielt schon ein Heft später
eine neue Farbe, in diesem Fall Gold. Seinen Zweitnamen Robert erhielt
die Figur des Dr. Robert Bruce Banner, nachdem er von Autoren der Comicreihe
Die Fantastischen Vier (Ausgabe #25, April 1964) fälschlicherweise
mit Bob Banner bezeichnet wurde. Als der Fehler drei Ausgaben
später eingestanden wurde, änderte man den Namen einfach in
Robert Bruce Banner. Das Aussehen Hulks orientierte sich zunächst
stark an dem Makeup von Boris Karloff in dem Film Frankenstein (1931)
und dessen Nachfolgern. Unter dem Eindruck des modernen Bodybuildings
wurde die Figur jedoch immer muskulöser. Auch die Überreste
der Kleidung variierten. Anfangs trug Hulk noch eine Art riesige Jacke
neben seiner kaputten Hose.
Marvel veröffentlichte nur sechs Ausgaben der eigentlichen Hulk-Serie,
bevor der Figur Nick Fury eine eigene Serie gewidmet wurde. Kurz nachdem
das offizielle Ende bekannt gegeben wurde, erhielt Schöpfer Jack
Kirby einen Brief aus einem Studentenwohnheim eines Colleges, aus dem
er erfuhr, dass Hulk als ihr offizielles Maskottchen ausgewählt wurde.
Kirby und Lee erkannten, dass ihre Figur ein Publikum im College-Alter
gefunden hatte, eine demografische Gruppe, die Comic-Verleger bis dahin
völlig ignoriert hatten. Sie gaben Hulk zahlreiche Gastauftritte
in anderen Comic-Serien und fügten ihn der gerade ins Leben gerufenen
Comic-Serie Die Rächer hinzu. Hulk bekam nun einen regulären
Auftritt in Marvels laufender Serie Tales To Astonish. Nach einigen Jahren
wurde die Hulk-Reihe aufgrund von Hulks Popularität neu aufgesetzt
und lief bis März 1999, als Marvel die Serie mit einer neuen Ausgabe
#1 neu startete.
Peter David wurde 1986 Autor der Serie und sollte den Posten zwölf
Jahre und 140 Ausgaben lang nicht abgeben. Davids Arbeit veränderte
Banners Charakterisierung, wie sie vor dem Unfall war, und die Art der
Beziehung zwischen Banner und Hulk. Er brachte nicht nur die grausame
Kindheit Banners mit ins Spiel, sondern erdachte auch die verschiedenen
Persönlichkeiten des Hulk, wie etwa Mr. Fixit den grauen Hulk, oder
den aus einer alternativen Zukunft stammenden, alt gewordenen und bösen
Hulk Maestro. Ursprünglich wurde Banner als normaler, schüchterner
Mann dargestellt, dessen negative Emotionen den normalen, stressigen
Ärger, den alle Menschen haben durch Hulk ein Ventil fanden.
David machte Banner jedoch zu einem Opfer multipler Persönlichkeiten,
das ernste mentale Probleme hatte, lange bevor Hulk ins Spiel kam. David
baute einen früheren Handlungsstrang weiter aus, nach dem Banner
als Kind misshandelt wurde. Er schrieb, dass das sehr viel unterdrückten
Schmerz in der Figur auslöst und damit dissoziative Identitätsstörung
hervorruft. Banners Psyche entspringen demnach drei Hulks, der Savage
Hulk, Joe Fixit und der Professor, eine Mischung aus Savage Hulk und Banner.
In den ganz frühen Geschichten war Stress noch gar nicht der Auslöser
für die Verwandlungen, sondern der graue Hulk erschien immer, wenn
es dunkel wurde. Im Spezial-Comic Superman vs. Hulk wurde direkt darauf
angespielt, dass sich der Hulk das erste mal tagsüber zeigte.
1998 folgte David dem Vorschlag von Editor Bobbie Chase, den Charakter
Betty Banner sterben zu lassen. In einem Interview in Wizard: The Guide
to Comics verriet David, dass ihn zu dieser Zeit seine Frau verlassen
hatte, was sich als Inspirations-Schub für die Storyline herausstellte.
Marvels Verantwortliche sahen Bettys Tod als eine Möglichkeit, den
Savage Hulk zurückzubringen. David war damit allerdings nicht einverstanden
und musste daraufhin die Serie verlassen. Nachdem David Hulk den Rücken
gekehrt hatte, wurde vorläufig Joe Casey als Autor angestellt. Casey
brachte die Figur nun in die Richtung, die Marvel schon früher gefordert
hatte. So wurde Hulk stumm, doch Caseys kurzes Engagement fand wenig Anklang
und er beendete die Serie.
Marvel verpflichtete später John Byrne für eine zweite Auflage
der Reihe mit Ron Garney als Zeichner. Byrne plante bis zum nächsten
Jahr, aber kreative Differenzen führten zu seiner Absetzung, bevor
sein erstes Jahr vorbei war. Kurzerhand übernahm Erik Larsen die
schreiberischen Pflichten an seiner Stelle. Hinzu kam außerdem Paul
Jenkins, der einen Storybogen schrieb, in dem Banner und die drei Hulks
(Savage, Gray und der gemischte Hulk, jetzt mit eigenständiger Persönlichkeit)
in der Lage sind, mental miteinander zu agieren. Er rief außerdem
die Figur General Ryker ins Leben, der für den Testlauf der Gamma-Bombe
am Anfang der Serie und somit für Hulks Entstehen - verantwortlich
war und nun plant, noch mehr Kreaturen dieser Art zu schaffen.
Als nächster Autor durfte sich Bruce Jones versuchen, der einführte,
dass Banner mittels Yoga-Übungen versucht, die Kontrolle über
Hulk zu gewinnen und nebenbei von einer geheimen Verschwörung verfolgt,
dabei aber vom mysteriösem Mr. Blue unterstützt wird. Jones
konzentrierte sich auf ein Horror-Thema mit Hulk als Flüchtling,
beeinflusst von der ursprünglichen Fernsehserie. Jones erdachte während
seiner 43 Ausgaben dauernden Arbeit außerdem die limitierte Serie
Hard Knocks, die Marvel als Lückenfüller zur aktuell laufenden
Hulk-Reihe veröffentlichte.
Peter David, der anfangs einen Vertrag für sechs Ausgaben einer limitierten
Serie von Tempest Fugit unterzeichnet hatte, kehrte für ein Jahr
als Autor zurück, als entschieden war, diese Geschichte in die aktuell
laufende Hulk-Reihe mit einzubauen. Tempest Fugit offenbarte, dass ein
Gegenspieler namens Nightmare Hulk für Jahre manipuliert hatte und
ihn auf verschiedene Art und Weisen gequält hatte als Rache
für die Unannehmlichkeiten, die Hulk ihm bereitet hatte.
Nach einem Epilog über eine Ausgabe verließ David mit der Begründung,
er brauche seiner Karriere wegen Arbeit anderer Art, erneut die Serie.
Im Mai 2007 startet Marvel eine Veranstaltung namens World War Hulk mit
dem Schwerpunkt auf der grünen Comicfigur. Der aktuelle Chefredakteur
Joe Quesada behauptet, das Event stehe der Vorjahresveranstaltung Civil
War im Sommer 2006 um nichts nach, obwohl es durch die geringere Anzahl
an Titeln kleiner ausfallen wird. Die limitierte Serie zur Veranstaltung
wird von Grek Pak geschrieben und John Romita Jr. illustriert.
Im Anschluss an World War Hulk wurde die Serie des Hulk abermals mit einer
Nr. 1 neu gestartet, diesmal unter der Feder des bekannten Comicautors
Jeph Loeb.
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