Figur
Obwohl Micky Maus, den sein Schöpfer anfangs Mortimer Mouse nennen
wollte, bereits in dem Stummfilm Plane Crazy auftauchte, erreichte er
seine große Bekanntheit erst durch den Film Steamboat Willie, der
am 18. November 1928 im New Yorker Colony-Theatre uraufgeführt wurde.
Dieses Datum gilt auch als Geburtstag von Micky Maus. Bereits in Steamboat
Willie tauchte auch Mickys späterer Widersacher Peg Leg Pete (Kater
Karlo) auf.
Die Popularität dieses Films war nicht zuletzt darin begründet,
dass es der erste bekanntere Zeichentrickfilm mit Ton war. Die Stimme
der dort ihre Freundin Minnie beschützenden Maus war die von Walt
Disney selbst, und dessen Wunsch, diese auch alle hören zu lassen,
hätte ihn fast ruiniert. Bei den Tonaufnahmen hatten die Röhren
des Verstärkers ihren Geist aufgegeben, und das kleine Studio von
Disney, seinem Bruder Roy und ihrem Partner Ub Iwerks stand damit vor
der Pleite. Walt verkaufte sein Auto, um Stimme und Orchesterbegleitung
produzieren zu können. Von der ersten Sprechrolle in The Karnival
Kid (1928) bis 1946 sprach Disney in den Filmen Micky selbst. Von dem
Abschnitt Mickey and the Beanstalk im Film Fun and Fancy Free übernahm
James G. MacDonald bis in die Mitte der 1970er-Jahre die Sprechrolle.
Ab Mickey's Christmas Carol (1983) bis zu seinem Tod im Mai 2009 war Wayne
Allwine für Mickys Stimme zuständig.
Disney war durch äußere Umstände mehr oder weniger gezwungen
worden, diese Figur überhaupt zu entwickeln. Bis dahin hatte er mit
dem recht erfolgreichen Oswald the Lucky Rabbit sein Geld verdient. Die
Rechte daran hatte er jedoch nach einem Rechtsstreit an seine ehemaligen
Finanziers verloren. Daraufhin soll er in Zusammenarbeit mit Ub Iwerks,
so die bis heute erzählte Geschichte, die Comic-Maus Mortimer
erdacht haben. Seine Frau Lillian fand den Namen zu aufgeblasen und schlug
Mickey vor.
Bei seinen ersten Auftritten war Micky vom Aussehen her nicht viel mehr
als ein Oswald mit kürzeren Ohren und verlängertem Schwanz.
Schon bald aber änderte sich das Aussehen von Micky. Zunächst
bekam er umrandete Augen statt punktförmiger und war so zu einer
größeren Mimik fähig. Ab dem Film The Opry House (1929)
trägt Micky Handschuhe. Eine Eigenart aber wurde nicht abgeändert:
Wie fast alle Trickfiguren hat auch Micky nur vier Finger. Dies sollte
den Animationsaufwand verringern. Aus diesem Grund trägt Micky auch
sehr lange nur eine einfache Hose mit zwei Knöpfen und erhält
erst spät vollständige Kleidung.
Nach Mickys großen Erfolgen in den späteren 1920er- und 1930er-Jahren
erreichten schließlich ursprüngliche Nebenfiguren, wie der
1934 erfundene Donald Duck, eine größere Beliebtheit. Ab den
1940er-Jahren entstanden daher nur noch wenige Filme mit Micky Maus in
der Hauptrolle.
1940 sollte Micky Maus mit seinem Auftritt als Zauberlehrling in dem Film
Fantasia an den früheren Erfolg anknüpfen. In Farbe und mit
Stereoton zeigte der Film Techniken der Animation, die damals bahnbrechend
waren. Der Film wurde jedoch ein Flop und spielte seine Produktionskosten
zunächst nicht ein. Erst spätere Wiederaufführungen ab
den 1960er-Jahren brachten den Erfolg.
Mickey Mouse ist neben Donald Duck, den Rugrats und den Simpsons eine
der wenigen Trickfilm- bzw. Comicfiguren, die es zu einem Stern auf dem
berühmten Walk of Fame in Hollywood gebracht hat (bei der Adresse
6925 Hollywood Blvd.).
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